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Jahresabschluß 2006: Polit-Talk mit MdL Helmut Brunner

Beim "Bayerischen Wald" am gleichen Strang ziehen

Grafenau. Beim Jahresabschluß des Vereins "Die Touristiker e.V." diese Woche im Gasthof "Knödlweber" in Grafenau-Lichteneck stand die künftige gemeinsame Vermarktung des Bayerischen Waldes im Mittelpunkt. Als Gastredner konnte Vereinsvorsitzender Markus Müller aus Neukirchen b. Hl. Blut diesmal den Landtagsabgeordneten Helmut Brunner begrüßen, der einer noch besseren Gästeorientierung und "Tourismus mit Herz und Leidenschaft" das Wort redete.

Traditionell treffen sich die Mitglieder des ostbayerischen Touristiker-Vereins zum Jahresende mit einem Politiker aus der Region, um über die Situation im Tourismus zu diskutieren. Mit Helmut Brunner war diesmal der Landtagsabgeordnete mit Stimmkreis im Landkreis Regen und weiten Teilen des Landkreises Freyung-Grafenau zugast. Brunner ging in seinem Statement auf das veränderte Urlauberverhalten ein, wodurch die Reisezeit immer kürzer werde und deshalb für gleichbleibende Übernachtungszahlen immer mehr Gäste gewonnen werden müßten. Allerdings zeige die Statistik, daß dies seit einigen Jahren nicht mehr gelinge. Zudem würden die bisherigen Stammgäste wegen Überalterung zusehens ausbleiben, so daß die Gewinnung von Neukunden immer wichtiger werde. Dafür sei ein qualitativ hochwertiges Angebot und vor allem Herzlichkeit und Gästeorientierung vor allem der Gastgeber auch der Region insgesamt wichtig. Besondere Bedeutung komme einem fundierten Wissen der Gastgeber über die Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Veranstaltungen in der Region zu. Als wichtige Zielgruppe sieht der Landtagsabgeordnete junge Familien und aktive Senioren an, für die entsprechende Angebote vorzuhalten sind.

"Leider gibt es bei uns immer noch zu viel Kirchturmdenken", so MdL Helmut Brunner, weshalb die jüngsten Beschlüsse zur Vermarktung des Begriffes "Bayerischer Wald" richtig seien. "Wir müssen hier am gleichen Strang in gleicher Richtung ziehen", forderte Brunner, der sich auch für eine noch bessere Förderung des ländlichen Raumes von München aus stark macht. " Nur Jammern bringt uns aber nix, weil der Urlauber nicht in einer Absteigerregion Urlaub machen möchte", warnte Helmut Brunner.

In der Diskussion warb Hohenbogenbahn-Geschäftsführer Markus Müller für ein klares Bekenntnis zu bestehenden, funktionierenden Strukturen, die auf neutraler Basis optimiert werden sollen. Unterstützung erhielt er von Straubings Landkreis-Touristikerin Birgit von Byern.

Oskar Weinfurtner aus Arnbruck plädierte dafür, im Bayerischen Wald noch viel mehr auf gesunde Ernährung in gesunder Luft im Tourismus zu setzen. "Wir sollten den Anspruch haben, die gesündeste Region Deutschlands zu werden und damit eine regionale, verbraucherorientierte Lebensmittelkette aufbauen", so Weinfurtner. Geschäftsführer Georg Steiner vom Tourismusverband Ostbayern unterstütze den Vorschlag von Oskar Weinfurtner und meinte, ein Teil des touristischen Erfolgs Österreichs liegen in der guten regionalen Vernetzung. "Das wäre auch genau die richtige Antwort auf die jüngsten Lebensmittelskandale", stellte der Touristiker-Vereinsvize fest, der darin einen Weg sieht, mehr Urlaubern für den Bayerischen Wald zu gewinnen. An den Landwirtschafts- und Forstpolitiker Helmut Brunner gerichtet, meinte Georg Steiner, daß sich durch diese Vernetzung auch die Forstwirtschaft noch viel stärker einbinden lassen könnte. "Es wäre doch nicht schlecht, wenn durch die Forstverwaltung Rancher nicht nur im Nationalpark sondern im ganzen Bayerischen Wald auch für die Gästeinformaiton und -betreuung und eingesetzt werden könnten".



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