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"Polit-Talk" 2010 mit Parl. Staatssekretär Andreas Scheuer

Der Jahresabschluß des ostbayerischen Vereins "Die Touristiker e.V. am Mittwoch im Hotel Oswald in Kaikenried stand ganz im Zeichen der Verkehrsanbindung Niederbayerns und der Oberpfalz im Hinblick auf eine künftige Europaregion zwischen Donau und Moldau. Als Gastredner konnte Vorsitzender Markus Müller aus Neukirchen b. Hl. Blut den Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer aus Passau begrüßen, der den Touristikern eine Menge Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium mitgebracht hatte.

 

Andreas Scheuer stellte die Bedeutung einer zeitgemäßen Verkehrsinfrastruktur auch für die Entwicklung einer Tourismusregion wie den Bayerischen Wald dar. "Der Bund investiert jedes Jahr rund 10 Milliarden Euro in die Verbesserung von Straße und Schiene", so Scheuer. Aber auch die Bundesmittel für Städtebauförderung kämen dem Tourismus zugute, da die Kommunen mit den Geldern in die Lage versetzt werden, schöne Ortsbilder zu erhalten und zu gestalten. "Der Tourismus ist vor allem in Ostbayern ein wichtiger Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor" attestierte der Bundespolitiker.

 

StS Scheuer

 

Vorsitzender Markus Müller forderte den Vertreter des Bundesverkehrsministeriums auf, die Chance zur Verbesserung der Schienenverbindung zwischen München und Prag zu nutzen, nachdem das tschechische Verkehrsministerium bis 2016 die Bahnline von Pilsen bis zum Grenzübergang in Furth im Wald zweispurig ausbauen und elektrifizieren würde, wenn gleiches auf der Deutschen Seite passiert. "Ich bitte Sie dringend, den entsprechenden Vertrag mit der tschechischen Regierung zu unterzeichnen, damit die Bahnanbindung des Oberen Bayerischen Waldes  zeitgemäß ausgebaut werden kann", so der Chamer Kreisrat. Ex-MdB Klaus Hofbauer, selbst auch Mitglied des Touristiker-Vereins, verwies auf die Bedeutung der Bahnlinie auch im Hinblick auf die künftige Europaregion. Zudem forderte er eine konzeptionelle Vorarbeit, wie der Tourismus in dieser künftigen Euroregion aufgestellt sein muß. Auch der frührere TVO-Geschäftsführer und heutige Tourismusdirektor von Linz, Georg Steiner, brachte zahlreiche Argumente für die Vernetzung der Regionen Ostbayern, Böhmen und Oberösterreich im künftigen Europa der Regionen.

 

Ulrich Brandl, Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes nutzte die Gelegenheit, um sich für die unlängst erfolgte Reduzierung der Mehrwertsteuer bei Übernachtungsleistungen zu bedanken. Damit wurden die Gastgeber und Hoteliers dauerhaft in die Lage versetzt, in Qualität und die Verbesserung des Angebotes zu investieren. "Das kommt alle zugute". Dr. Michael Braun, 2. Vorsitzender des Touristiker-Vereins und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern sprach den notwendigen Ausbau der Autobahn um Regensburg an, da nicht zuletzt auch viele Touristen auf ihrem Weg in den Urlaub in Ostbayern durch dieses Nadelör müssen. Auch die unzureichende Finanzausstattung der deutschen Tourismusstellen kam zur Sprache. "Der Tourismusverband Ostbayern erhält vom Freistaat 380.000 Euro jährlich, der Region Oberösterreich mit vergleichbaren Übernachtungszahlen 12 Millionen". Da brauche man sich nicht zu wundern, daß die Österreicher auf den touristischen Märkten ganz auftreten können.

 

Abschließend bat Franz Wagnermayr vom Hotel Angerhof in St. Englmar den Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, eine bestehende Regelung zu ändern, nach der den ostbayerischen Hotels das Abholen von Gästen vom Flughafen München untersagt ist. "Wenn wir internationales Publikum in den Bayerischen Wald bekommen wollen, müssen wir hier flexibler werden", so der Hotelier. 180 Euro für ein Taxi würde kein Gast zahlen.

Bild: Touristiker-Vorsitzender Markus Müller (2.v.l.) bedankt sich bei Staatssekretär Andreas Scheuer (Mitte) für den interessanten Meinungsaustausch. Mit im Bild v. l. TVO-Geschäftsführer Dr. Michael Braun, BHG-Präsident Ulrich Brandl und Oskar Weinfurtner.



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